Guido Ingendaay: Training und Coaching

Selbstbewusstsein

Körperbewusstsein 

Präsenz

Emotionale Kompetenz

Selbstwirksamkeit



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Bewegungsfreiheit - Mangelware in der mobilen Gesellschaft
Wie Bewegung unser Leben beeinflusst
Was ist Präsenz?
Warum ist Präsenz wichtig für Kommunikation?
Welche Rolle spielt die Kreativität für die Kommunikation?
Warum brauchen Talente Selbstbewusstsein?
Worauf gründet sich Selbstbewusstsein?
Kann man Selbstbewusstsein lernen?
Eine selbstbewusste Art, Probleme zu lösen
Wollen Sie souverän wirken oder souverän sein?


Bewegungsfreiheit - Mangelware in der der mobilen Gesellschaft

Es ist ein seltsames Paradox, dass eine Zeit, in der sich die Menschen dauernd irgendwo hinbewegen, so viel Bewegungslosigkeit hervorbringt. Diese Bewegungslosigkeit ist im Körper zu erkennen, aber auch im Bewusstsein. Denn nicht viele Menschen machen sich bewusst, dass alles, was sie tun, mit Bewegung verbunden ist. Menschen, die ihr Körperbewusstsein verbessern wollen, frage ich im Coaching, ob das Sitzen eine Bewegung ist. Die meisten antworten nein.

Ich verstehe schon: das Sitzen ist keine Fortbewegung, und deswegen sagt man, es sei eher eine Position. Aber das Sitzen ist natürlich eine volle Bewegungsleistung, in der sich Nervensystem und Muskulatur auf differenzierte Weise organisieren müssen - sonst gäbe es ja auch nicht so viele Probleme damit!

Sie lesen diesen Text, Sie sitzen und atmen. Sie denken nach und erleben Gefühle. All dies wäre ohne Bewegung nicht möglich. All dies funktioniert besser, wenn Sie sich dabei wohlkoordiniert und dynamisch bewegen. Denn Bewegung ist ein Funktionsprinzip der Natur. Wir können noch so viele Tätigkeiten an Maschinen delegieren – wir hören nicht auf, ein Teil der Natur zu sein.

Wir müssen wieder lernen, uns frei und ungezwungen zu bewegen. Sonst machen wir uns das Leben unnötig schwer.

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Wie Bewegung unser Leben beeinflusst

Am Anfang haben wir das intuitiv gewusst. Leben ist Bewegung. Und so haben wir uns gewunden, gezappelt, getastet und gekrabbelt. Um näher ranzukommen. Um bloß fernzubleiben. Um etwas nah an uns heranzuholen. Um das zu kriegen. Wir haben jahrelang an unserer Bewegung gefeilt.

Bewegung ist nicht nur zur Fortbewegung gut, sondern für alle Funktionen des Selbst. Bewegung beeinflusst zum Beispiel die Tätigkeit anderer Organe. Denken Sie etwa an Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf, die durch Bewegung angeregt werden. Bewegung ist auch entscheidend für die geistige Entwicklung. Viele der Wörter, die wir für geistige Prozesse kennen, sind von Bewegungserfahrungen abgeleitet oder stehen damit in Verbindung. „Verstehen“ Sie das? Oder „halten“ Sie das für falsch?

Bewegung ist wichtig für Selbstbewusstsein und Souveränität. Wenn Sie sich nicht gut bewegen können, wie wollen Sie dann „zu sich stehen“? Oder „für sich eintreten“ und „sich behaupten“? Ohne einen Sinn für Beweglichkeit und Stabilität, für Gleichgewicht und Kraft schränken Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten ein.

Und die Gefühle? Was fühlen Sie eigentlich, wenn Sie ein Gefühl haben? Zu einem guten Teil ist es eine bestimmte Muskelspannung. Das Wort „Emotion“ zeigt die Beziehung zwischen innerer Erfahrung und Bewegung ganz deutlich. Ein Gefühl ist etwas, das sich „aus Ihnen herausbewegt“ – da muss sich eben etwas äußern, zeigen, ausdrücken.

Im Coaching lade ich Sie dazu ein, Kontakt zu Ihrem Bewegungssinn aufzunehmen. Verstehen Sie mich recht: Ich versuche nicht, Sie dazu zu bringen, mehr Rad zu fahren. Wenn ich Bewegung sage, meine ich nicht Sport oder Fitness. Ich meine Leben.

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Was ist Präsenz?

Was Präsenz ist, ist schwer zu fassen – darin liegt aber gerade der Reiz. Sie ist das unsichtbare gewisse Etwas, das Spannungsmoment. Präsenz ist mit Geistesgegenwart verbunden, hat aber auch eine körperlich-energetische Qualität der Wachheit, Beweglichkeit und Lebendigkeit.

Wie präsent ein Mensch ist, hängt damit zusammen, in welcher Beziehung sein Bewusstsein zum gegenwärtigen Geschehen ist. Wer sich bewusst oder unbewusst davor fürchtet, in Kontakt mit der Situation zu kommen, wird es nicht gerade darauf anlegen, präsent zu sein. Insbesondere, wer im sonstigen Alltag wenig selbst-bewusst mit sich umgeht, rutscht in Situationen, die viel Präsenz erfordern (z. B. Bühnensituationen, Präsentationen, Gruppentreffen), schnell in die Befangenheit und innere Selbstkritik ab - und das ist das Ende der Präsenz.

Im Coaching lernen Sie Präsenz als einen Weg kennen, sich selbst und dem Gegenüber unvoreingenommen und offen zu begegnen und aus der Energie des gemeinsamen Augenblicks zu handeln.

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Warum ist Präsenz wichtig für die Kommunikation?

Kommunikation geschieht immer jetzt. Deswegen muss, wer erfolgreich kommunizieren will, seinen Sinn für die Gegenwart schärfen. Dann kann er viele Signale innerhalb einer Kommunikation erfassen und darauf eingehen.

Wer präsent ist, bleibt in bewusstem Kontakt mit sich selbst, während er Verbindung mit seiner Umgebung aufnimmt. Er kommuniziert in beide Richtungen – nach innen und außen. So wird er ausgesprochen aufnahmefähig. Er hört nicht nur, was sein Gegenüber sagt, sondern nimmt auch dessen Blick und Gesten auf. Er bleibt am Puls der Situation. Er schweift nicht in Gedanken ab, sondern schenkt seinem Gegenüber Aufmerksamkeit, das sich dadurch gesehen und geachtet fühlt.


Mangelnde Präsenz wird vom Gegenüber meist als störend empfunden. Sie kennen sicher das unangenehme Gefühl, wenn Sie etwas sagen und Ihr Gegenüber nur mechanisch nickt. So unangenehm ist es auch für Ihr Gegenüber, wenn Sie ihm keine Aufmerksamkeit schenken.
Deswegen ist Präsenz elementar für den Kontakt zwischen Menschen und eine gelingende Kommunikation.

In alltäglichen Stress-Situationen hilft Ihnen Präsenz, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und Ihre Energie nicht zu verschwenden. Bei Auftritten und Präsentationen lässt Sie Präsenz die Ruhe bewahren und die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich bündeln. In schwierigen Gesprächen schöpfen Sie Kraft aus der Präsenz und fügen Ihren Worten Überzeugungskraft hinzu. Außerdem steigern Sie mit einer guten Präsenz Ihre persönliche Ausstrahlung auf natürliche Weise.

Präsenz kann man lernen. Im Coaching gibt es viele Wege, Ihre Präsenz zu entdecken und zu entfalten. Zum Beispiel der Weg über die Selbstbeobachtung im Alltag: Beobachten Sie die „Ausrichtung Ihrer Aufmerksamkeit“, wenn Sie mit anderen im Gespräch sind. Sind Sie ganz bei dem, was Ihr Gegenüber erzählt? Haben Sie gleichzeitig vollen Zugang zu Ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Impulsen? Sind Sie vielleicht abgelenkt, so dass Sie meinen, sich immer wieder neu konzentrieren zu müssen? Fallen Ihnen vielleicht schon diese Beobachtungen schwer, weil Sie sie in eine unangenehme Distanz zur Situation bringen? – Indem Sie über diese Fragen nachdenken und sich beobachten, sind Sie schon dabei, mehr über Ihre Fähigkeit zur Präsenz zu erfahren.

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Welche Rolle spielt die Kreativität für die Kommunikation?

Manch einer, der zum Coaching kommt, ist überrascht, dass ich so großen Wert auf das Kreative in der Kommunikation lege. Aber so wenig wie Sie die perfekte Party planen können (inklusive der Garantie, dass sich alle gut amüsieren), so wenig können Sie Gespräche, Auftritte, Präsentationen und künstlerische Darbietungen programmieren und dann nach Stichwort abrufen. Versuchen Sie nicht, die Offenheit des Augenblicks loszuwerden, den lebendigen Prozess, der sich in Ihnen und zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber abspielt.

Kommunikation muss – auch wenn Planung und Vorbereitung wichtig sind und ihren guten Zweck haben - aus dem Augenblick heraus entdeckt, gefühlt, verstanden und gestaltet werden. Deswegen heisst kommunizieren lernen immer auch spielen lernen.

Betrachten Sie jede Situation als offene Bühne. Keiner weiß wirklich, was passieren wird. Wenn Sie sich auf diese Offenheit einlassen, haben Sie eine Chance, sich auch in schwierigen Situationen unbefangen zu bewegen, sicher aufzutreten und Ihre Fähigkeiten zu zeigen. Dann können Sie sich in das Geschehen einschalten, Initiative ergreifen und mitreden. Wenn Sie die Offenheit der Situation annehmen, gewinnen Sie spielerische Freiheit. Sie können Ihrem Konzept folgen oder improvisieren, eine Rolle spielen oder aus der Rolle heraustreten – Sie werden besser ankommen, als wenn Sie sich an vorgefertigte Sätze klammern.

Zu spielen heißt, sich in einen Denk- und Aktionsmodus zu begeben, der Entdeckung, Erlebnis und Begegnung fördert. Wer zu spielen bereit ist, kann kreativ werden. Wer versucht, Kommunikation zu produzieren, macht sich das Leben schwerer.

Beispiel: Wenn Sie jemals schon einmal ein Musikstück, eine Rede oder sonst einen wichtigen Auftritt vorbereitet haben, dann werden Sie sich bestimmt in jene Menschen einfühlen können, die in solchen Situationen ungefähr so denken: „Ich möchte die Sache so gut vorbereiten, dass ich sie am Tag X nur noch abrufen und abspulen muss – ganz souverän!“

Solche Souveränität ist natürlich überhaupt nicht souverän. Es lässt sich ahnen, was hinter dem Wunsch nach der Selbstprogrammierung steckt: die Angst vor dem Unkalkulierbaren, das jeder Lebenssituation nun einmal innewohnt. Bloßes Reproduzieren einstudierter Abläufe ist aber keine Musik, so wenig wie das Ablesen wohlformulierter Sätze eine gute Rede ist. So ist der Wunsch danach, den perfekten Auftritt „zu programmieren“ unvereinbar mit einer zentralen Anforderung an jede Kommunikation: im Moment zu spielen und damit wahrhaft kreativ zu sein.

Kommunikation ist ein Ereignis, in dem vieles zusammenspielt – spielen Sie mit!

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Warum brauchen Talente Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein ist nicht gleichbedeutend mit Selbstsicherheit. Ein selbstbewusster Mensch ist sich seiner selbst bewusst, was immer auch die Erfahrung sein mag – also auch wenn er gerade Unsicherheit, Zweifel oder Misserfolg durchleben sollte. Das Gegenteil einer selbstbewussten Person ist nicht die unsichere, sondern die unbewusste Person.

Denn es gibt Menschen, die sich ihrer selbst recht sicher zu sein scheinen, bis sie eines Tages ihre gewohnte Sicherheit verlieren. Plötzlich merken sie, dass sie eigentlich recht wenig „selbst-bewusst“ sind. Dieses Phänomen habe ich oft gerade bei talentierten Musikern beobachtet, denen in jungen Jahren alles spielend leicht gelungen ist. Sie wussten instinktiv, wie sie die gestellten Aufgaben lösen konnten. Doch dann stellten sie eines Tages fest, dass „es nicht mehr so leicht geht“. Irgendein hartnäckiges Problem tauchte auf, z. B. ein Zittern der Hand beim Klavierspielen. „Was ist denn passiert? Früher konnte ich es doch!“ fragten sie sich verunsichert.

Alles, was wir ohne aktive Beteiligung des Bewusstseins lernen, ist anfällig für Irritationen. So kommt es, dass „Naturtalente“ irgendwann einmal in eine Phase tiefer Unsicherheit kommen. Sie spüren, dass sie eigentlich gar nicht „wissen, wie es geht“. Sie haben es eben nur „im Gefühl“, aber sobald irgendeine emotionale Irrtitation einsetzt, funktioniert ihre gefühlsgeleitete Selbststeuerung nicht mehr. Typische Auslöser für solche Irritationen sind steigende Erwartungen anderer oder hohe Ansprüche an sich selbst.

Jeder Mensch ist in mancher Hinsicht ein Naturtalent. Jeder hat etwas in sich, das er leicht ausbilden könnte. Doch dazu braucht man Selbstbewusstsein. Es gilt, zum Talent das Bewusstsein hinzuzulernen. Das gefühlte Wissen „Ich kann das doch eigentlich“ reicht nicht aus. Erst wenn die klare Idee davon, „wie ich mit mir umgehen muss, damit es geht“, hinzukommt, kann ein Mensch seine Talente nutzen. Dann kommt der Mensch zu sich selbst - und zum Erfolg.

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Worauf gründet sich Selbstbewusstsein?

Selbstbewusst wird man nicht dadurch, dass man sich einredet, diese oder jene positive Eigenschaft zu haben. Selbstbewusstsein beginnt mit realitätsbezogener Wahrnehmung, also nicht mit „Wie will ich sein?“, sondern mit „Wie bin ich?“

Die Wahrnehmung der eigenen Person wird jedoch oft von Urteilen und Korrekturen erschwert, die sich blitzschnell einstellen, wenn sich der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit auf das eigene Selbst richtet.

Ich möchte Ihnen ein kleines Experiment vorschlagen, das ich im Coaching verwende: Nehmen Sie sich doch einmal in diesem Moment wahr, wie Sie dasitzen und dies lesen! Was fällt Ihnen auf?

Haben Sie mehr gemacht, als sich wahrzunehmen? Haben Sie beispielsweise Sitz oder Haltung etwas verändert, weil Sie dachten, etwas sei nicht ganz richtig? Dann haben Sie ein Beispiel dafür, was ich meine. Selbstbeurteilung und Selbstkorrektur sind schnell zur Stelle, und die Zeit, die für die eigentliche Selbstwahrnehmung bleibt, verkürzt sich auf einen Lidschlag.

Selbstbewusst kann man nur werden, wenn man sich mit den eigenen Sinnen und dem eigenen Denken der Wirklichkeit zuwendet. Dabei begibt man sich in das Spannungsfeld zwischen der Wirklichkeit, „wie sie ist“, und der Wirklichkeit, wie „ich sie wahrnehme“. Mit diesem mutigen Schritt beginnt Selbstbewusstsein.

 

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Kann man Selbstbewusstsein lernen?

Ja, kann man. Ein Teil des Weges besteht darin, seinen „inneren Dirigenten“ kennenzulernen und auszubilden.

Stellen Sie sich einmal ein Orchester mit vielen Instrumenten vor. Das sind Sie selbst! Die Instrumente stehen für alle körperlichen und geistigen Potenziale, über die Sie verfügen, also Ihre Energie, Ihre Knochen, Muskeln und Gelenke, aber auch Ihre Wahrnehmungsfähigkeit, Ihre Kreativität oder ein bestimmtes Talent. So wie nun selbst das beste Orchester einen geschickten und kreativen Dirigenten braucht, um seine Kunst voll zu entfalten, so braucht jeder Mensch zur Nutzung seines Potenzials auch einen konstruktiv denkenden inneren Dirigenten.

Wenn wir unbedacht und planlos handeln, dann ist das so, als würde der Dirigent mit den Armen herumfuchteln und sein Orchester verwirren. Wie schade! Denn die Spieler können noch so talentiert sein, die Musik wird nicht schön klingen, wenn der Dirigent sein Organisationstalent falsch benutzt.

Der innere Dirigent hat eine integrierende Funktion, er sorgt dafür, dass alle an der Handlung beteiligten Prozesse miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Dies ist fundamental wichtig für jede Form inneren und äußeren Handelns. Ob es Ihnen darum geht, selbstbewusst und sicher aufzutreten, Ihre Stimme effizient zu benutzen und von Ihren mentalen und psychischen Energien im Handeln und in der Kommunikation wirkungsvollen Gebrauch zu machen – ein wacher und geschulter innerer Dirigent ist der Schlüssel zum selbstbewussten Gebrauch Ihres persönlichen Potenzials.

Ein guter innerer Dirigent richtet den Blick auf die Anforderung der gewünschten Handlung und schätzt sie realistisch ein. Dann schaut er auf die verfügbaren Potenziale, spricht sie an und bringt sie aktiv ins Spiel. Ein guter innerer Dirigent ist kein blinder Optimist, aber er bleibt auch nicht im Schatten der Vergangenheit; er öffnet sich für neue Chancen und Handlungswege. Er versteht etwas von Handlungseffizienz und weiß um die Wichtigkeit eines guten Konzepts für den Handlungserfolg. Für ihn gibt es keine „fehlende Begabung“, sehr wohl aber „ineffiziente Konzepte“. Sie sehen, ein guter innerer Dirigent ist einfach lebhaft an Ihrem Erfolg interessiert.

Wenn aus schlummernden Möglichkeiten echte Fähigkeiten werden, erlebt ein Mensch diesen Prozess als sehr befriedigend. Handlungserfolg tut dem Selbstvertrauen gut; er stärkt das Bewusstsein: „Ich habe die Möglichkeit, auch noch andere Ziele zu erreichen.“ Menschen, die sich aktiv um die effiziente Nutzung ihrer Potenziale kümmern, entwickeln deswegen persönliche Einstellungen, die Zuversicht und Freude am Handeln ausdrücken. Menschen, die ihre Potenziale ohne effizienten Umsetzungsplan zu verwirklichen suchen, erleben häufiger Misserfolg und das Gefühl des Scheiterns.

Beispiel: Manche Menschen sind vor einem Auftritt recht nervös. Wenn man sie danach fragt, was Sie denn in Bezug auf Ihren Auftritt denken, sagen sie vielleicht so etwas wie: „Ich fürchte mich, dass ich schlecht wirken könnte, deswegen werde ich wohl versuchen, die Sache schnell hinter mich zu bringen.“ Das bedeutet, ihr innerer Dirigent gibt ihnen den Impuls „die Sache schnell hinter sich bringen“. Wie wäre es nun, wenn ihr innerer Dirigent fragen würde: „Was gibt es eigentlich bei einem Auftritt zu tun und wie kann ich das tun?“ Dann würde die Aufmerksamkeit auf konkrete Anforderungen und aktivierbare Potenziale gelenkt werden – und das wäre der Beginn eines konstruktiveren Selbstgebrauchs und damit einer besseren Nutzung des persönlichen Potenzials.

Wie Sie einen kreativen und kompetenten „inneren Dirigenten“ entwickeln können, kann ich Ihnen zeigen. Denn dazu finden sich in der Alexander-Technik einzigartig detaillierte Anleitungen. Alexander-Technik ist ein Schule für Dirigenten.

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Eine selbstbewusste Art, Probleme zu lösen

Sie wollen ein Problem, das Sie schon länger beschätigt, lösen? Dann möchte ich Ihnen ein kleines Experiment vorschlagen.

Schritt 1: Zurück zur Frage

Stellen Sie sich einmal vor, dass jedes Problem irgendwie eine festgefahrene Antwort ist. Die Frage, die zu dieser Antwort geführt hat, ist vor langer Zeit gestellt worden. Die Antwort kennen Sie jetzt schon zu Genüge - denn diese Antwort ist Ihr Problem ...

Gehen Sie jetzt einmal zurück zu der Frage. Es könnte übrigens sein, dass Sie die Frage, deren Beantwortung Ihr Problem ist, gar nicht mehr so genau kennen. Denken Sie also einen Moment darüber nach und schreiben Sie sie dann auf ein Stück Papier. Formulieren Sie eine echte, offene Frage. Und dann hängen Sie dieses Papier an eine gut sichtbare Stelle, so dass Sie sie immer wieder sehen.

Schritt 2: Weigern Sie sich, diese Frage zu beantworten!

Als Nächstes bitte ich Sie, diese Frage mindestens zwei Tage lang nicht abschließend zu beantworten. Auch wenn Ihnen eine Antwort dazu einfällt, lassen Sie sie bitte gleich wieder fallen. Lassen Sie die Frage immer wieder offen und spüren Sie, was sich in Ihnen bewegt.

Schritt 3: Eine neue Sichtweise entdecken

In dieser Zeit wird etwas in Ihnen passieren. Sie werden entweder spüren, dass es Ihnen schwer fällt, zurück zu den Fragen zu gehen und dass Sie an Ihren alten Antworten hängen. Oder Sie haben etwas Neues entdeckt - und damit beginnt für Sie ein neuer Weg.

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Wollen Sie souverän wirken oder souverän sein?

Wenn man Menschen sieht, die souverän agieren, dann bewundert man an ihnen Könnerschaft und Mühelosigkeit. Man schätzt an ihnen die Überlegenheit, die bei anderen in aufdringliche Selbstsicherheit umschlagen kann. Souveränen Menschen schaut man einfach gerne zu.

Und so wünscht man sich, selbst auch so souverän zu sein! Man wünscht sich z. B. auf souveräne Weise eine mit Spannung erwartete Rede zu halten, eine Stress-Situation zu meistern oder seinen Standpunkt in hitziger Debatte abgeklärt zu verteidigen. Schluss mit Lampenfieber, Unsicherheit, Selbstzweifel und Konfusion! Her mit dem Zauber der Souveränität, der mich aus der Gefahrenzone herausholt!

Das Interessante ist, dass Menschen, die von anderen als souverän angesehen werden, sich eigentlich nicht direkt mit Souveränität befassen. Sie legen es nicht darauf an, souverän zu sein, sie sind oft sogar von einer gewissen Nüchternheit und Bescheidenheit. Souveräne Menschen sonnen sich nicht im Gefühl, dass nichts schief gehen kann. Sie sehen durchaus, dass ein Risiko besteht, aber sie hören deswegen nicht auf zu denken. Sie widmen sich der Aufgabe - und das ganz.

Kann man Souveränität lernen? Ja, dafür ist ein gutes Coaching schließlich da. Aber Souveränität zu lernen, bedeutet nicht, ein für alle Mal Unsicherheit und Irritation zu überwinden. Es bedeutet eher, Fähigkeiten zu entwickeln, die zu mehr Selbstvertrauen und Sicherheit beitragen - auch in schwierigen Situationen. Dazu zählen für mich besonders: Akzeptanz der Realität, Mut zur klaren Zielsetzung und die Bereitschaft, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

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