Guido Ingendaay: Training und Coaching

Kommunikation

Gesprächsführung

Konfliktlösung

Beziehungsgestaltung

Präsentation


Lesen Sie mehr zum Thema:

Welche Rolle spielt der Körper für die Persönlichkeit?
Wie drückt sich die Persönlichkeit durch den Körper aus?
Warum sind Atem und Stimme wichtig für die Kommunikation?
Wann gibt es Probleme mit Atem und Stimme?
Wer braucht eine besondere Schulung von Atem und Stimme?
Sind Sie bereit, sich zu präsentieren?
Wie ist es für Sie, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen?
Welche Rolle wollen Sie spielen?
Wollen Sie wirkungsvoll auftreten?
Wissen Sie, wie Sie wirken?
Die alltägliche Sprachlosigkeit
Welche Rolle spielt die Beziehung für gelingende Kommunikation?
Warum ist bewusste Gesprächsführung wichtig?
Warum ist Abgrenzung wichtig?
Was geschieht bei der Konfliktlösung?


Welche Rolle spielt der Körper für die Persönlichkeit?

Sich seines Körpers bewusst zu werden, spielt im Verlauf des Coachings meistens eine wichtige Rolle. Denn der Körper erfüllt für unsere Persönlichkeit viele Funktionen.

Als sensibles Wahrnehmungsorgan schafft uns der Körper Zugang zur Wirklichkeit der äußeren Situation (Sehen, Hören, Tasten usw.) und zur Wirklichkeit der inneren Situation (Empfinden, „Bauchgefühl“ usw.). Der Körper vermittelt uns also den Wirklichkeitssinn und legt damit die Grundlage für Urteilsvermögen und Selbstsicherheit.

Als Handlungswerkzeug erlaubt uns der Körper, uns zu bewegen und auf unsere Umgebung einzuwirken. Dadurch vermittelt uns der Körper Selbstvertrauen und Gestaltungsfreiheit und erlaubt uns die Entfaltung unserer Talente.

Als Ausdrucksinstrument gibt uns der Körper die Mittel der Berührung, der Stimme, der Gestik und Mimik und der Körpersprache, um uns anderen Menschen mitzuteilen. Der Körper ist ein Instrument der Kommunikation in allen Lebensphasen: beim schreienden Baby, das gehalten und berührt werden möchte, und beim Erwachsenen, der sich durch aktive Bewegung mit anderen Menschen in Verbindung setzt und durch Blicke, Worte und Gesten austauscht.

Als Denkwerkzeug wird der Körper oft nicht wahrgenommen – ganz so, als spielten sich unsere Gedanken und Entscheidungen in einem unköperlichen „geistigen Raum“ ab. Dabei kann man doch leicht beobachten: Wenn man sich körperlich ungünstig ausrichtet, fällt klares, kreatives Denken schwerer. Wer zum Beispiel zusammengesunken dasitzt, erzeugt einen Zustand der Enge und Anspannung, der neue, belebende Gedanken unwahrscheinlich macht.

Als Resonanzraum für Emotionen ist der Körper ebenfalls wichtig. Wer sich körperlich nicht gut spürt, ist auch weniger in Kontakt mit seinen Emotionen. Ein veränderter Körperzustand öffnet den Raum für ein intensiveres und verfeinertes Selbsterleben.

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Wie drückt sich die Persönlichkeit durch den Körper aus?

Nicht nur Emotionen und Erfahrungen, auch persönliche Denkweisen und Einstellungen zeigen sich unmittelbar im Körper. Sie sehen beispielsweise Ihrem Gegenüber an, dass es froh oder traurig gestimmt ist, können aber vielleicht auch erraten, dass es vorhat, Sie um einen Gefallen zu bitten oder sich zu entschuldigen. Lebensbestimmende Einstellungen wie zum Beispiel „Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig“ drücken sich ebenfalls im Körper aus. Vorsicht ist jedoch dabei geboten, den Körperausdruck nach einem bestimmten Schema zu interpretieren. Der Körperausdruck ist etwas Individuelles und muss von Mensch zu Mensch differenziert betrachtet werden.

Der persönliche Körperausdruck ist gewissermaßen die Bühne, auf der Sie als der Regisseur Ihre Schauspieler (Ihre Worte, Gesten usw.) eine Mitteilung darstellen lassen. Der persönliche Körperausdruck hat großen Einfluss auf die Kommunikation. Wenn Sie beispielsweise in Ihrem Körperausdruck eher eine gewisse Zurückhaltung zeigen, dann fließt diese Botschaft in jede Ihrer Mitteilungen ein, auch wenn es gerade darauf ankommt, Initiative und Unabhängigkeit zu zeigen. Wollen Sie beispielsweise bei einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck machen, könnte es sein, dass Sie sich von Ihrer zurückhaltenden Art eingeschränkt fühlen.

Wenn Sie dann daran arbeiten wollen, selbstbewusster aufzutreten, achten Sie darauf, dass Sie Ihren persönlichen Körperausdruck nicht einfach mit ein paar „selbstbewussten Gesten“ aufmöbeln – das funktioniert nicht. In einem persönlichkeitsgerechten Coaching geht es eher darum, sich erst ein Bild von Ihren besonderen Ausdruckspotenzialen insgesamt zu machen und dann zu überlegen, wie Sie die gewünschte Wirkung auf Ihre Weise erzielen können. Denn das Wichtigste beim Körperausdruck ist die persönliche Stimmigkeit.

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Warum sind Atem und Stimme wichtig für die Kommunikation?

Wir brauchen Atem und Stimme zum Sprechen. Dabei sind nicht nur die Worte bedeutungsvoll, sondern auch der Klang der Stimme, der Atemrhythmus, die Betonungsnuancen, die Resonanz – eben alles, was in einer Stimme mitschwingt. Jede Stimme hat ihre Persönlichkeit.

Leider verstecken manche Menschen ihre Stimme, sie neutralisieren das Persönliche und sprechen monoton. Oder sie überfordern ihre Stimme, pressen die Betonungen nur so hervor, als gelte es „Eindruck zu machen“. Es gibt viele Arten, seine Stimme zu verformen und ihr damit etwas von ihrer natürlichen Ausdruckskraft zu nehmen.

Glücklicherweise kann man lernen, falsche Atem- und Sprechgewohnheiten wieder zu verlernen. Im Coaching bekommen Sie genaue Anleitungen dazu, wie Sie die Möglichkeiten Ihrer Stimme neu entdecken und entsprechend Ihren Bedürfnissen einsetzen können. Das Instrument Stimme kann große Wirkung entfalten – lassen Sie sie für sich sprechen!

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Wann gibt es Probleme mit Atem und Stimme?

Atem und Stimme sind in das Bewegungssystem des Körpers integriert. Deswegen wirken sich alle unphysiologischen Bewegungsweisen direkt oder indirekt auch auf Atem und Stimme aus. Wenn Sie zum Beispiel den Kopf in den Nacken ziehen oder die Arme nach innen zum Brustkorb ziehen, behindert dies die Atmung. Verspannungen im Hals- und Kieferbereich schränken die stimmlichen Möglichkeiten ebenfalls hörbar ein.

Besonders anfällig sind Atem und Stimme für übermäßige Kontrolle. Wenn Sie zum Beispiel versuchen, „besonders tief zu atmen“ oder Ihre Stimme „ganz ausdrucksvoll“ klingen zu lassen, werden Atem und Stimme zum Opfer einer gut gemeinten, aber physiologisch tatsächlich störenden Manipulation. Der Kehlkopf verwandelt die Atemluft von allein in Klang. Wenn Sie forciert ein- und ausatmen, machen Sie es dem Kehlkopf schwerer, frei zu funktionieren.

Versuchen Sie auch nicht durch direkte Haltungskorrektur den Stimmapparat „einzurichten“. Bewegen Sie sich so, wie es der jeweiligen Situation, Ihren Absichten und der natürlichen Funktionalität des Körpers entspricht und lassen Sie die Atem- und Sprechbewegung aus dieser Gesamtbewegung hervorgehen.

Generell kann man sagen: Atem und Stimme vertragen keine direkte Führung, sondern nur indirekte - und zwar über die Vorstellung. Machen Sie sich gedanklich bewusst, was Sie ausdrücken wollen und wie der Mechanismus funktioniert, der den Ausdruck ermöglicht. Diese mentale Vorbereitung hat eine energetisierende und koordinierende Wirkung auf den gesamten Atem- und Sprechprozess.

Klingt das schwierig? Oder vielleicht noch abstrakt? In der praktischen Arbeit mit mir werden Sie den Unterschied spüren – und hören!

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Wer braucht eine besondere Schulung von Atem und Stimme?

Die Schulung von Atem und Stimme ist nicht nur für Sänger, Sprecher oder Schauspieler wichtig, sondern für jeden Menschen nützlich und wertvoll. Arbeiten Sie zum Beispiel in einem Beruf, in dem Sie viel sprechen müssen und der Erfolg Ihrer Arbeit auf einem guten Kontakt zu Menschen beruht? Dann lohnt es sich, stimmbewusster zu werden. Sie können wesentlich wirkungsvoller kommunizieren, wenn Sie mit einer klaren, ausdrucksvollen und nuancierten Stimme sprechen. Sie wirken gewinnender und überzeugender, wenn Sie stimmlich präsent sind. Auch in Ihrem privaten Umfeld hilft Ihnen der bewusste Einsatz von Atem und Stimme, sich verständlicher auszudrücken und Ihre Gefühle, Gedanken und Erfahrungen lebendiger und ansprechender darzustellen.

Im Coaching mache ich immer wieder die Erfahrung: Es gehört eine Portion Mut dazu, sich stimmlich deutlicher zu zeigen. Es mag einem zum Beispiel übertrieben vorkommen, die Körperresonanzen stärker zuzulassen und die Stimme bewusst einzusetzen. Doch je mehr man sich traut, desto mehr wird man belohnt. Ausdrucksvolles Sprechen ist eben „selbst-bestimmtes“ Sprechen.

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Sind Sie bereit, sich zu präsentieren?

Kennen Sie das Gefühl: Sie stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wollen sich aber lieber unsichtbar machen? Dann wissen Sie bereits, dass das nicht geht. Trotzdem versuchen es viele.

Wenn es im Coaching um Selbstpräsentation geht, dann gilt es zunächst, sich die eigenen Techniken der „Selbst-Unsichtbarmachung“ bewusst zu machen. Wenn Sie sich zum Beispiel allzu sehr mit Ihrer beruflichen oder privaten Rolle identifizieren, erschweren Sie Ihren Mitmenschen den Zugang zu Ihnen als Person. Eine Rolle funktioniert dann wie eine Maske, die Ihr Gesicht unsichtbar macht. Natürlich kann eine Rolle sehr nützlich sein, solange man nicht vergisst, wo die Maske aufhört und das Gesicht anfängt.

Eine weitere Technik der Selbst-Unsichtbarmachung in der Kommunikation besteht darin, das Sachthema in den Vordergrund zu schieben und emotionale Selbstoffenbarungen zu meiden. Als würde man die Abendnachrichten verlesen, lässt man einfach nichts Persönliches in den Ausdruck einfließen. Eine solche Person vermittelt ihren Mitmenschen eine versachlichte Version von sich selbst und lässt die emotionale Aspekte verschwinden. Dies kann unter Umständen praktisch und passend sein, aber auch hier gilt: Es schafft Probleme, wenn man keine Alternativen zur Verfügung hat.

Selbst-Unsichtbarmachung ist ein Prozess, der sich auch körperlich äußert. Der angehaltene Atem, die gepresste Stimme, die hohe Körperspannung, das Zurückhalten der eigenen Energie – dies sind Beispiele dafür, wie sich die Scheu vor der Selbstpräsentation körperlich auswirken kann.

Wenn Sie also ein Thema präsentieren, machen Sie sich am besten nicht nur Gedanken darüber, was Sie präsentieren wollen, sondern auch wen. Jede Sachpräsentation ist mit einer Selbstpräsentation verbunden. Das ist unvermeidlich. Und hier wird es spannend: Denn eine bewusst gewählte Selbstpräsentation ist viel, viel besser als ein unbewusstes Ausweichmanöver.

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Wie ist es für Sie, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen?

Situationen, in denen Sie selbst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, sind fast unvermeidlich. Im geschäftlichen Bereich sind dies Bewerbungsverfahren, Vorstellungsgespräche, Erstkontakte mit Kunden oder Akquisegespräche, im privaten Bereich ein Rendezvous, der Besuch bei den Verwandten des Partners oder der erste Auftritt in einem Kreis von Menschen, die sich bereits alle kennen.

Manche fühlen sich in solchen Situationen sehr unbehaglich und sind froh, wenn sie hinter ihnen liegt. „Das ist mir unangenehm, ich bin eben kein Selbstdarsteller,“ sagen sie. Doch manchmal ist es eben notwendig, sich selbst zu präsentieren. Und wenn Sie schon in der Situation sind, warum sie nicht bewusst gestalten, statt bloß auszuhalten?

Selbstpräsentation hat nur dann etwas mit eitler Selbstdarstellung und Manipulation zu tun, wenn Sie sie dazu machen. Sie haben es in der Hand. Verzichten Sie darauf, dem Gegenüber nach dem Mund zu reden. Streichen Sie die strategischen Hintergedanken: „Was will er jetzt von mir hören?“ Wechseln Sie die innere Perspektive von „Wie wirke ich?“ zu „Was möchte ich ausdrücken?“ und „Welche Ausdrucksmittel stehen mir dabei zur Verfügung?“

Selbstpräsentation ist eine Gelegenheit zur Selbstreflexion. Gehen Sie in eine gewisse Distanz zu sich selbst und überlegen Sie sich, welche Ideen, Bilder und Worte Ihre Persönlichkeit, Ihren Lebensweg, Ihre Berufslaufbahn oder Ihre Emotionen am besten re-präsentieren und wählen Sie dann entsprechend der Situtation aus, was Sie mitteilen wollen. Das Coaching unterstützt Sie auf diesem Weg.

Ihr Gegenüber ist interessiert an Ihnen, sonst gäbe es dieses Gespräch nicht. Geben Sie Ihrem Gegenüber die Chance, Sie aus dem Blickwinkel zu sehen, der Ihnen gerecht wird.

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Welche Rolle wollen Sie spielen?

Eine Rolle zu spielen, ist eine zweischneidige Sache. Einerseits ist mit der Rolle eine klare Funktion und feste Aufgabe verbunden, vielleicht sogar ein Gefühl der Wichtigkeit. Andererseits ist die Rolle aber auch etwas Unpersönliches, ein Korsett aus Erwartungen und Forderungen, das Ihnen vielleicht nicht an allen Stellen gut passt.

Wenn Sie nun im Beruf oder im Privatleben eine bestimmte Rolle übernommen haben, dann geraten Sie mit der Rolle vielleicht hin und wieder in Konflikt. Solche Rollenkonflikte werden im Coaching häufig zum Thema. Es kann zum Beispiel sein, dass die Rolle von Ihnen verlangt, ein höflicher Dienstleister zu sein, aber gegenüber einem unverschämten Kunden möchten Sie einfach mal verärgert reagieren. Vielleicht ist es aber auch die eigene Rollenerwartung, die sich mit der Realität einer Situation nicht gut verträgt. Wenn Eltern von sich fordern, unter allen Umständen das Wohl der Kinder an erste Stelle zu setzen, können sich daraus starke Spannungen für die ganze Familie ergeben.

Allzu feste Rollen machen Druck, so viel, dass man früher oder später aus der Rolle fällt. Eine Rolle ist aber nicht dazu gemacht, buchstabengetreu umgesetzt zu werden. Rollen sollen interpretiert, variiert und umgeschrieben werden. Ein Rolle ist nichts, das man verinnerlicht, sondern etwas, das man spielt.

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Wollen Sie wirkungsvoll auftreten?

Im Coaching taucht oft die Frage auf: Wie kann ich bei meinem Publikum oder Gegenüber gut ankommen?

Wirkungsvoll ist Ihr Auftritt dann, wenn er nicht nur beim Publikum etwas bewirkt, sondern beim Auftretenden selbst. Denn Wirkung hat ja mit „Wirken“ zu tun, also nicht nur mit dem Endeffekt, sondern mit dem Prozess, der dazu führt, und dieser Wirkprozess beginnt beim Auftretenden selbst. Überlegen Sie sich also vor dem Auftritt, was Sie selbst in sich damit bewirken wollen. Statt also nur „Ich will, dass die Leute sich gut informiert fühlen“ denken Sie „Ich will mir die Fakten und Zusammenhänge erneut vergegenwärtigen“.

Ein anderer Aspekt kommt hinzu. Anders als bei einem Gespräch, das eine Kommunikation unter gleichrangig berechtigten Teilnehmern ist, ist eine Auftrittssituation in der Regel hierarchisch. Der Auftretende ist oben oder unten (und allein), das Publikum ist unten oder oben (und zusammen). Das macht Auftrittssituationen besonders spannend. Da sind all diese Menschen, die ihre Gedanken, Gefühle, Erwartungen und Stimmungen auf den Auftretenden fokussieren. Der Auftretende kann diese Energie spüren, und er kann sie für seinen Auftritt nutzen. Er kann damit sogar spielen, zum Beispiel, indem er sie umkehrt. Denken Sie an die plötzliche Panik im Zirkuspublikum, wenn der Clown sich an einen nichts ahnenden Zuschauer wendet!

In Auftrittssituationen liegt ein enormes Wirkungspotenzial. Wenn der Auftretende damit arbeitet, kann er viel bewegen – bei sich und beim Publikum.

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Wissen Sie, wie Sie wirken?

Wenn Kinder herausfinden wollen, wie ihre Körperkräfte auf andere wirken, dann probieren Sie sie einfach aus - und zwar solange, bis der Empfänger sich meldet: „Aua, das tut weh!“ Diese Rückmeldung ist ihre Lektion in Sachen Wirkung.

Mancher Erwachsene hat verlernt, die eigenen (Ausdrucks-) Kräfte auf diese unbefangene Weise zu betätigen und aus seinen Erfahrungen zu lernen. Aus Furcht vor „vernichtender Kritik“ ist er übervorsichtig und versucht alles richtig zu machen. Das entdeckungsfreudige Spiel mit der Wirkung ist dem gespannten Wirkungskalkül gewichen. Fehlendes Wirkungsfeedback kann jedoch mit der Zeit dazu führen, dass sich im Kopf der betreffenden Person Bilder von sich selbst festsetzen, die mit ihrer Wirklichkeit nur noch teilweise übereinstimmen.

Beispiel: Ein zurückhaltender Mensch spricht so leise, dass ihn andere leicht überhören. Er wundert sich darüber, hat er doch selbst gar nicht das Gefühl, dass er zu leise spricht. Wenn er nun mit seiner Stimme experimentiert und lauter wird, und zwar so laut, dass er sich selbst schon für einen Rüpel hält, melden seine Zuhörer: „Ja, so verstehen wir dich gut!“

Aus Feedbacks zu lernen, ist wichtig, doch besonders das Laien-Feedback kann auch eine Kehrseite haben. Denn der ungeschulte Feedback-Geber mischt allzu viel von sich und seinen unbewussten Kommunikationsgewohnheiten in seinen Wirkungsbericht hinein. So kann das Fremdbild dann zum Zerrbild werden. Lassen Sie sich also Feedback darüber geben, wie Sie auf andere wirken, aber am besten von Menschen, die gelernt haben, ihre eigenen Kommunikationsgewohnheiten aus ihrem Urteil herauszuhalten. Das verhilft Ihnen zu einem vollständigeren Selbstbild und zeigt Ihnen, worauf Sie in Ihrer Kommunikation achten können.

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Die alltägliche Sprachlosigkeit

Da ist etwas im Raum, und keiner verliert ein Wort darüber. Man redet und erzählt und das, worauf es ankäme, bleibt ungesagt. Kennen Sie das? Inmitten all des "Kommunizierens" scheint sich manchmal eine gewisse Sprachlosigkeit breit zu machen. Wie kommt das?

Neulich wurde ich in der Bahn von einem Gast, der sich mir gegenüber hinsetzte, gegrüßt. Nichts Ungewöhnliches? Doch, so empfand ich es. Denn er sprach seinen Gruß so aus, als meinte er ihn ernst. Ein echter Gruß, keine Floskel.

Ich wollte lesen und fürchtete schon, mein Gegenüber wolle mich jetzt in ein Gespräch verwickeln. Aber er hatte nichts dergleichen vor. Er hatte mich einfach angesprochen und gegrüßt. Nach meiner ersten Verblüffung fand ich das Verhalten meines unbekannten Gegenübers wohltuend. Menschlich.

Jetzt wundere ich mich, wie oft ich nichts sage, wenn ich Menschen in der Öffentlichkeit begegne, in der S-Bahn, im Cafe, im Geschäft. Anderen scheint es ähnlich zu gehen. Da sitzen, stehen und gehen wir stumm wie verstörte Fische und versuchen es normal zu finden, nicht aufeinander zu reagieren. So als stünden da unsichtbare Verbotsschilder: "Du darfst nicht unaufgefordert sprechen!"

Vielleicht ist hier eine Ursache für die alltägliche Sprachlosigkeit zu finden: in unserem Training, die Gegenwart anderer Menschen nicht für wichtig zu halten. Nur gut, dass es Menschen gibt, die die stillen Regeln der Sprachlosigkeit brechen. 


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Welche Rolle spielt die Beziehung für gelingende Kommunikation?

Gelingende Kommunikation braucht eine funktionierende Beziehung wie der Fisch das Wasser. Ohne eine funktionierende Beziehung bricht selbst die Übermittlung der sachlichsten Inhalte früher oder später zusammen.

Was ist das – eine „funktionierende Beziehung“? Es ist eine Beziehung, in der ein Mensch sich in seiner Persönlichkeit, seinem Handeln, Denken und Dasein gesehen fühlt und ein gewisses Maß an Achtung und Wertschätzung erfährt. Dieses Maß an Zwischenmenschlichkeit ist für jede Kommunikation unverzichtbar.

Ich erinnere mich an eine kleine Szene in der Straßenbahn. Dicht gedrängt stehen die Menschen im Wagen. Es herrscht Hochbetrieb, die Leute wollen schnell nach Hause. Im Gedränge tritt ein Mann einer älteren Dame auf die Füße. Er bemerkt das und nuschelt „Tschuldigung“. Die Dame schaut ihm empört ins Gesicht und ruft mit lauter und klagender Stimme: „Das tat aber weh!“

Mir kam es so vor, als forderte sie von dem achtlosen Drängler, sie zur Kenntnis zu nehmen, anzuerkennen, dass sie Schmerz empfindet und deshalb eine andere Behandlung verdient – also wenigstens eine ordentliche Entschuldigung.

Wenn ein Mensch dem anderen auf den „Beziehungsfuß“ tritt, thematisiert sich dies sofort auf irgendeine Weise in der Kommunikation - was dann auch bedeutet, dass die Besprechung und Bearbeitung des Sachlichen solange nicht gut möglich ist, wie diese Beziehungsstörung besteht.

Deswegen erscheint es mir so wichtig, Kommunikation als einen Prozess zu sehen, durch den Menschen zueinander in echte Beziehung kommen können. In meiner Arbeit lege ich Wert darauf, zusammen mit den Kommunikationsfähigkeiten auch den „Beziehungssinn“ zu vertiefen.

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Warum ist bewusste Gesprächsführung wichtig?

Sie führen jeden Tag Gespräche - ein Hallo im Vorbeigehen, einen kurzen Wortwechsel, einen längeren Gedankenaustausch oder intensive Diskussionen. Manche dieser Gespräche sind geplant, manche kommen spontan zustande.

Ohne Gespräche läuft es nicht gut. Natürlich kann man sich den direkten Austausch sparen - und mit zunehmender Automatisierung der Kommunikation wird dies immer leichter möglich. Doch den unmittelbaren wechselseitigen Austausch unter Menschen kann nichts ersetzen. Wenn man wirklich sicher gehen will, muss man ein Gespräch führen.

Gespräche sind ein zentrales Mittel der Kommunikation. Im Beruf dienen Gespräche dazu, Informationen einzuholen, Meinungen auszutauschen, andere für den eigenen Standpunkt zu gewinnen, Impulse zu geben, sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise zu einigen oder Führung auszuüben. Im Privatleben werden Gespräche geführt, um sich selbst und das Gegenüber besser zu verstehen, Erfahrungen zu teilen, den anderen zu einem anderen Verhalten zu bewegen, das Leben gemeinsam zu gestalten oder einfach nur in Kontakt zu sein und das Zusammensein zu genießen.

Auf den Gesprächsverlauf nicht bloß zu reagieren, sondern ihn aktiv mitzugestalten, ist das Ziel der bewussten Gesprächsführung. Denn anders als beim Brief, den Sie lesen, oder bei der Rede, die Sie hören, sind Sie beim Gespräch von Anfang an in einer aktiven Position. Sie empfangen nicht nur Botschaften, Sie können auch welche senden. Ein Gespräch ist vom Austausch geprägt, vom Wechsel der Standpunkte und Beiträge, vom Hin und Her, von Frage und Antwort, Einwand und Unterbrechung.

Es kann jedoch passieren, dass Sie Ihre aktive Gesprächsrolle nicht immer so wahrnehmen, wie es Ihren Bedürfnissen entspricht. Sie verstehen nicht recht, worauf das Gegenüber hinauswill, finden aber auch kein Mittel, dies herauszufinden. Sie wissen nicht, wie Sie Ihr eigenes Anliegen angemessen darstellen können, oder ärgern sich darüber, dass Ihr Gegenüber Ihre Worte anscheinend mutwillig missversteht.

Gespräche können aus unglaublich vielen Gründen schiefgehen. Zu lernen, bewusst Gespräche zu führen, bedeutet, Gespräche entsprechend den eigenen Bedürfnissen und Zielen konstruktiv gestalten und mit schwierigen Gesprächssituationen klarer und effektiver umgehen zu können. Bewusste Gesprächsführung hilft Ihnen, sich von Überraschungen und Wendungen im Gespräch nicht verwirren zu lassen, sondern Ihre Linie klar und bestimmt weiter zu verfolgen.

Und was Sie in der Zusammenarbeit mit mir ebenfalls noch erfahren werden: je besser Sie die lebendige Dynamik von Gesprächen verstehen, desto mehr können Sie die Begegnung und den Austausch mit anderen genießen.

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Warum ist Abgrenzung wichtig?

Ein immer wiederkehrendes Thema in der Kommunikation zwischen Menschen ist die Frage nach Nähe und Abgrenzung. Dazu benutze ich in meiner Arbeit manchmal folgendes Bild:

Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem Haus. Es gibt eine Türe vorne, die ins Haus führt, und eine Türe hinten, die direkt in die Küche geht. Um das Haus liegt ein schöner Garten und um den Garten ist noch ein Zaun gezogen. Wie wäre es Ihnen recht: Soll Ihr Nachbar jederzeit in den Garten spazieren dürfen? Haben Sie nichts dagegen, wenn er plötzlich in der Küchentür steht oder wäre es Ihnen wichtig, dass er bereits vorne am Gartentörchen die Schelle betätigt? Freuen Sie sich über den Überraschungsbesuch oder legen Sie Wert auf vorherige Anmeldung?

All dies sind Fragen nach dem Grad der Abgrenzung, den Sie sich wünschen. Wenn Sie wollen, dass der Nachbar auch gerne mal unangemeldet hereinschneit, empfiehlt es sich, das Gartentörchen angelehnt und die Küchentür offen zu lassen. Wenn Sie jedoch lieber vorgewarnt werden möchten, dann sollten Sie in Erwägung ziehen, das Gartentörchen mit einer elektrischen Öffnung auszustatten – dann kommt so leicht keiner auf die Idee, dass Sie ungefragtes Eintreten locker nehmen.

An diesem Bild können Sie sehen: Abgrenzung bedeutet nicht Abtrennung, sondern bezeichnet die Art der gewünschten Kontakts.

Da die Menschen unterschiedliche Grenzbedürfnisse haben, kommt es immer wieder zu versehentlichen (oder absichtlichen) Grenzübertretungen. Zum Beispiel, wenn ein Kollege ein Urteil darüber abgibt, wie Sie Ihre Kinder erziehen. Dann geht es darum, ihm zu zeigen, dass das mit Ihnen nicht geht, und da fängt für manche Menschen die Not eigentlich erst richtig an. Denn wie sagt man dem Kollegen „Bis hierhin und nicht weiter“, ohne seine Gefühle zu verletzen? Wie kann man Nein sagen, ohne sich schlecht zu fühlen?

Im Coaching wird mir immer wieder bewusst: Abgrenzung fällt vielen Menschen nicht leicht, aber sie kann zum Schlüssel für eine neue Gestaltung der persönlichen Beziehungen werden. Die Fähigkeit, sich abzugrenzen, und die Fähigkeit, sich einzulassen, hängen eng zusammen. Je klarer Sie zu erkennen geben, wo Ihre Grenzen liegen, desto einfacher wird es für andere, Sie zu finden. Erst wenn Sie sich das Nein gestatten, haben Sie die Freiheit zum Ja.

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Was geschieht bei der Konfliktlösung?

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die von sich sagen, dass sie „friedlich und pflegeleicht“ seien, dass sie „immer mit anderen gut auskommen“ wollen. Vielleicht denken Sie, Konfliktlösung sei etwas für „aggressive Menschen“.

Konflikte sind jedoch unumgänglich. Sie tauchen immer wieder auf, im privaten Umfeld, im Freundeskreis und in der Familie, am Arbeitsplatz. Konflikte sind nicht verkehrt, sie gehören zum Leben. An Konflikten ist nichts auszusetzen, weil sie eine wichtige Funktion haben, nämlich die Beteiligten auf eine Unstimmigkeit im Miteinander aufmerksam zu machen.

Wenn alles gut läuft, erkennen die Beteiligten den Sinn des Konflikts und kümmern sich um Lösungen. Wenn alles gut läuft, handeln sie bei einem Konflikt so, wie sie es tun, wenn sie einen Knoten im Schnürsenkel entdecken: sie ziehen nicht einfach ärgerlich am Schnürsenkel und ziehen ihn damit nur noch fester, sondern schauen erst einmal hin, wie er verknotet ist und an welcher Stelle ein Eingriff nötig ist.

Das Problem sind die Konflikte, die vom vielen Dranziehen immer fester verknotet wurden. Das sind Konflikte, wie wir sie alle schon einmal erlebt haben: festgefahrene Auseinandersetzungen, ein Hin und Her aus Vorwurf und Rechtfertigung, Anklage und Gegenanklage, mit emotionalen Turbulenzen und vielleicht sogar Aggressionen. Und irgendwie knotet sich in jeden dieser unlösbar erscheinenden Konflikte auch immer etwas Angst vor seiner Lösung. Es ist so, als hätten wir Angst vor dem, was passiert, wenn der Knoten nicht mehr wäre.

Konstruktive Konfliktlösung, so wie ich sie im Coaching praktiziere, hat damit zu tun, den Konfliktknoten nicht sofort auflösen zu wollen, sondern ihn erst einmal in seinen Verwicklungen zu verstehen. Die Frage ist: Welche Bedürfnisse und Interessen haben sich auf welche Weise ineinander verknotet?

Ein unverstandener Konflikt ist tatsächlich sinnlos. Je klarer die Beteiligten erkennen, worum es eigentlich geht, desto mehr Bewegung kommt in den Knoten. Und dann kann sich wirklich alles lösen.

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